Warum pH überhaupt zählt
Bei falschem pH-Wert liegen Nährstoffe zwar im Substrat vor, sind aber chemisch nicht aufnehmbar — die Pflanze zeigt Mangelsymptome, obwohl genug gedüngt wurde. Dieses Phänomen heißt Nährstoffsperre (Lockout) und ist einer der häufigsten Anfängerfehler.
Messgeräte kalibrieren
Digitale pH- und EC-Stifte driften mit der Zeit ab. Mit handelsüblicher Kalibrierlösung (meist pH 4,0 und 7,0) alle 2–4 Wochen nachjustieren, sonst schleicht sich ein systematischer Messfehler ein, der über Wochen unbemerkt bleibt.
Praktisches Vorgehen beim Gießen
- Nährlösung ansetzen, EC messen, danach erst den pH-Wert einstellen — die Reihenfolge verändert sonst beide Werte gegenseitig.
- pH-Down/-Up tropfenweise zugeben und nach jedem Zusatz neu messen, um ein Überschießen zu vermeiden.
- EC am Ablauf (Runoff) zusätzlich zum Zulauf messen — ein stark abweichender Ablaufwert zeigt Salzanreicherung im Substrat.
Richtwerte je Substrat
Kokos: pH 5,8–6,5. Erde: pH 6,0–6,8. Hydro/DWC: pH 5,5–6,3. EC-Bereiche variieren stark je nach Düngerhersteller — als grobe Orientierung: 1,2–1,8 mS/cm in der Vegi, 1,6–2,2 mS/cm in der Blüte.
Häufigster Messfehler
Elektrode nach Gebrauch nicht in Aufbewahrungslösung, sondern trocken liegen lassen — das beschädigt die Sensorspitze dauerhaft und macht Messwerte zunehmend unzuverlässig.