Den richtigen Trieb wählen

Ein mittlerer, nicht zu holziger Seitentrieb mit mindestens zwei Nodien eignet sich am besten. Zu junge, weiche Triebspitzen welken schneller, zu alte, verholzte Triebe bewurzeln schlechter.

Der Schnitt

Mit einer sauberen, scharfen Klinge im 45-Grad-Winkel direkt unterhalb eines Nodiums schneiden — dort sitzt das meiste Wachstumsgewebe, aus dem neue Wurzeln entstehen. Die unteren Blätter entfernen, obere große Blätter zur Hälfte einkürzen, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren.

Bewurzelung einleiten

Schnittstelle in Bewurzelungsgel oder -pulver tauchen, dann in ein feuchtes Medium (Steinwolle, Kokos-Plug oder Wasser) setzen. Unter einer Klarsichthaube bei 70–80 % Luftfeuchte und indirektem, nicht zu intensivem Licht (Sämling-Niveau) stehen lassen.

Die kritische erste Woche

  • Haube täglich kurz öffnen, um Schimmelbildung durch Staunässe zu vermeiden.
  • Kein direktes, starkes Licht — das erhöht die Verdunstung, bevor Wurzeln zur Wasseraufnahme bereitstehen.
  • Kein Dünger in den ersten 7–10 Tagen; der Steckling hat noch keine Wurzeln zur Aufnahme.

Erfolgszeichen erkennen

Neues, aufrechtes Blattwachstum an der Spitze ist das zuverlässigste Zeichen für erfolgreiche Bewurzelung — sichtbare weiße Wurzeln am Topfboden folgen meist einige Tage später.