Topping
Der oberste Trieb wird oberhalb des 4.–5. Nodiums glatt abgeschnitten. Die Pflanze reagiert, indem sie aus den beiden nächsten Seitentrieben zwei neue Haupttriebe entwickelt — aus einer Spitze werden zwei. Am besten in der frühen Vegi, wenn die Pflanze mindestens 5–6 Nodien hat.
FIM (abgewandeltes Topping)
Statt sauber zu schneiden, wird etwa 70–80 % der obersten Triebspitze entfernt, ohne ganz durchzuschneiden. Das Ergebnis ist unvorhersehbarer, aber oft ergiebiger: Aus einer FIM-Schnittstelle können 3–4 neue Spitzen statt nur zwei entstehen.
LST (Low Stress Training)
Statt zu schneiden, werden Triebe mit weichem Draht oder Pflanzclips seitlich heruntergebogen. Das unterdrückt die Spitzendominanz mechanisch, ohne offene Schnittstellen — geringeres Infektionsrisiko, dafür braucht LST kontinuierliche Nachjustierung über mehrere Wochen.
Kombination in der Praxis
- Topping früh in der Vegi für eine grundsätzliche Verzweigung.
- LST begleitend, um das Blätterdach gleichmäßig flach zu halten.
- FIM eignet sich gut für Pflanzen, die ohnehin schon buschig wachsen sollen (z. B. für SCROG).
Häufigster Fehler
Zu später Schnitt kurz vor der Blüte-Umstellung — die Pflanze braucht dann Energie für die Wundheilung statt für den Blütenaufbau. Faustregel: Eingriffe spätestens 2 Wochen vor der Umstellung auf 12/12 abschließen.