Warum dichte Blüten das Risiko erhöhen
Je kompakter und dichter eine Blüte wächst, desto weniger Luft zirkuliert in ihrem Inneren — Feuchtigkeit von Gießen, Transpiration oder hoher Umgebungsluftfeuchte kann dort tagelang eingeschlossen bleiben, ein idealer Nährboden für den Botrytis-Pilz.
Frühwarnzeichen
Ein einzelner, unerklärlich welkender oder grau verfärbender Blütenkelch inmitten einer sonst gesunden Blüte ist oft das erste sichtbare Zeichen. Beim Auseinanderziehen der betroffenen Stelle zeigt sich meist graubrauner, weicher, manchmal leicht schimmelig riechender Blütenkern.
Vorbeugende Maßnahmen
- Luftfeuchte in der Blüte schrittweise auf 40–50 % senken, in den letzten Wochen eher niedriger.
- Umluftventilatoren so positionieren, dass Luft auch durch dichtere Bereiche der Pflanze streicht, nicht nur oberflächlich vorbeiweht.
- Fan-Leaves (große Blätter ohne direkten Blütenkontakt) in der mittleren Blüte auslichten, um Luftzirkulation um die Blüten zu verbessern (Defoliation, moderat).
- Nicht spät abends gießen — Feuchtigkeit sollte tagsüber wieder abtrocknen können.
Was tun bei Befall
Befallene Blütenteile sofort und großzügig herausschneiden, mit Sicherheitsabstand ins gesunde Gewebe, da sich Sporen unsichtbar weiterverbreiten können. Werkzeug danach desinfizieren, bevor es an gesunden Pflanzenteilen weiterverwendet wird.
Sortenwahl als Vorbeugung
Manche Sorten mit sehr dichten, kompakten Blütenständen sind anfälliger für Botrytis als lockerer wachsende Genetiken — bei sehr feuchtem Klima am Standort lohnt sich das bei der Sortenwahl zu berücksichtigen.